… und nochmal ein paar Links zum Thema Schlaf

17. Dezember 2005 von Florian

Als absolute Nachteule, die, wenn es möglich wäre, jeden Tag eine Stunde später ins Bett gehen würde – und so mit den üblichen Arbeitszeiten so seine Schwierigkeiten hat, habe ich folgende Artikel zum Schlafforscher Jürgen Zulley natürlich verschlungen. Was die Nachteule in diesem Artikel sagt, könnte von mir sein. Ganz schön ernüchternd, dass nur Disziplin helfen kann….

Aber der Reihe nach:

Tabakindustrie soll Wissenschaftler bestochen haben

16. Dezember 2005 von florian.fell

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London: Eine Forschergruppe, besetehend aus Thilo Grüning, Anna B Gilmore , Martin McKee am Royal Free Hospital in London kann durch eigene Dokumente der Tabakindustrie belegen, dass diese über Jahrzehnte Mediziner und Forscher bestochen hat, damit diese die Folgen des Rauchens und Passivrauchens verharmlosen sollten. Teilweise haben sich ganze Karrieren von Forschern auf diesem Sponsoring aufgebaut. Unter tobaccodocuments.org kann man nach entsprechenden Dokumenten suchen.

Hier ein paar Artikel dazu:

Da wundert es einen nicht, dass in Deutschland die kraftloseste Tabakkontrolle in ganz Europa und der ineffizienteste Nichtraucherschutz stattfindet – oder besser: nicht stattfindet. Und das bei 3.300 Toten durch Passivrauchen im Jahr; jeder anderen Branche würden bei solchen “Nebenwirkungen” ihrer Produkte unverzüglich die Fabriktore durch die Behörden geschlossen werden. Siehe dazu einen Artikel im Spiegel sowie das oben verlinkte PDF des WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle.

Der erste typische Winterspaziergang …

11. Dezember 2005 von Florian

Ca. minus 2 grad, leichter Wind und eine tiefstehende Sonne, die nicht wärmt: Das richtige Wetter, um gut eingepackt einen Isarspaziergang zu machen. In der Hoffnung, auf neue und gute Gedanken zu kommen. Und nebenbei: Ein paar Photos …
dsci0017.jpg dsci0014.jpg Eisenbahnbrücke über die Isar dsci0025.jpg

Der Traum vom erholsamen Schlaf

15. Oktober 2005 von Florian

Derzeit (13.-15. Oktober 2005) findet in Berlin die 13. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) unter dem Titel “Der Traum vom erholsamen Schlaf” statt. Schlafforscher beschäftigen sich auf diesem Kongress mit der Frage, was gesunder Schlaf ist, wie lange Menschen schlafen sollten, um einen Erholungseffekt zu erzielen und mit Schlafstörungen.

Wenn es nach dem gegenwärtigen Stand der Schlafforschung geht, habe ich kein Schlafproblem, wenn ich mich beim Aufwachen unerholt fühle: Ich gönne mir einfach zu wenig Schlaf. Vor 100 Jahren betrug die durchschnittliche Schlafdauer bei uns noch ca. 9 Stunden; gegenwärtig beträgt die durchschnittliche Schlafdauer der Mitteleuropäer 7 bis 7, 5 Stunden; ich gönne mir ca 5,5 bis 7 Stunden. Acht Stunden aber werden von Schlafforschern für notwendig erachtet, um wirklich erholt aufzuwachen, denn erst nach 7 Stunden beginnt die eigentliche “Erholungsphase”. Sicher mag das individuell sehr unterschiedlich sein – auch aus genetischen Gründen (Forschern ist es gelungen, Mäuse zu züchten, die weniger schlafen als ihre Artgenossen… nein, wir sind natürlich keine Mäuse! ;) ), aber es ist doch ein Trend zu beobachten, dass wir tendenziell zu wenig schlafen, unsere “wertvolle Zeit” nicht “verschlafen” wollen und außerdem – gerade in Großstädten – oft einen durch Licht und Lärm gestörten Schlaf haben. So gesehen ist verschlafene Zeit “gut angelegte” Zeit.
Die DGSM hat auf ihrer Seite “101 Fragen und Antworten zum Thema Schlaf und Träume” ins Netz gestellt. Lesenswert!

GOC-Wanderung auf die Benediktenwand

9. Oktober 2005 von florian.fell

Zu 18t waren wir auf der von mir im Rahmen des GOC angebotenen Wanderung auf bzw. über die Benediktenwand. Das phanastiche Wetter lud ein zu einer Wanderung dieser Art – und man fühlte sich geradezu “entschädigt” für die vielen verregneten Wandertage im vergangenen Sommer.

Es ist im Herbst sicher der schönste Aufstieg auf die Bene’wand, wenn man den BOB-Zug ab München um 7:40 nimmt und dann mit dem Anschluss-Bus des RVO in die Jachenau, genauer Petern fährt, und erst auf der Forststraße durch den Wald und dann nach der Bichler Alm (1430m) steil aber unschwierig auf den Gipfelaufbau des Berges sich aufschwingt. Sonnig aber nicht heiß – und fast immer, oft noch im November, schneefrei.

Von der Benediktenwand nach Norden
Der Ausblick vom Gipfel der Benediktenwand (1801m) am 9.10.05 mit Benediktbeuern, Penzberg und im Hintergrund der Starnberger See – das gab es den ganzen verregneten Sommer nicht…

Eine richtig lange Bergwanderung (7 bis 8 Stunden reine Gehzeit) wird es dann, wenn man über den östlichen Grat – die Abzweigung zur Tutzinger Hütte links liegenlassend – erst in Richtung Brauneck (bis zum Rotohrsattel), dann sich halblinks haltend in Richtung Probstalm absteigt. Da heißt es vorsichtig gehen, denn der Felsen ist speckig von vielen Sohlen – und mit Feuchtigkeit und Lehm “geschmiert”; aber an wirklich steilen Stellen gibt es Seilsicherung, so dass der Weg zwar nicht angenehm aber auch nicht gefährlich ist. Nach der Probstalm, wo wir nochmal eine Pause im schönsten Sonnenlicht einlegten (die Bänke vor der Hütte sind wirklich einladend) war es weiterhin ein “Geeier” auf feuchtschmierigem Kalkgestein – und ich war wirklich froh, Teleskopstöcke zu haben. Unten im Längental wird es flach – und nach der Längenthal-Alm geht rechts ein neu hergerichteter Weg Richtung Brauneckbahn-Talstation, den man dann aber Richtung Kaserne verlässt: Der beste Weg, wenn man wieder zum Bahnhof will – und alles gut bezeichnet.

Am 9. Oktober schließt die BUGA in München: Kurz vor Schluss war ich nun doch dort …

8. Oktober 2005 von Florian

Eigentlich wollte ich ja nicht hin; was ich in den Medien gehört und gesehen hatte und was mir erzählt worden war, machte mich nicht besonders neugierig: Geometrisch exakte, Kieswege sowie gepflasterte und geteerte Wege, Bäume, ausgerichtet wie ein Garderegiment – und der Rest: eine größere Gärtner- und Blumenzüchtermesse. Aber dann hatte ein Freund zwei Tageskarten von seinem Arbeitgeber geschenkt bekommen und lud mich ein, mit ihm die BUGA am Samstag, den 8., also am vorletzten Tag zu besuchen – und ich sagte zu: Ich wollte es mit eigenen Augen sehen.

Was die reizlose, ja phantasielose Gesamtanlage, die sich an den Start- und Landebahnen etc. des alten Flughafens orientierte, und die Weganlage anbelangt, fand ich mich bestätigt. Ohne dass ich hier einen Landschaftspark im Sinne eines Sckell für wünschenswert oder überhaupt möglich erachtet hätte, denke ich doch, dass hier so ungefähr alle Möglichkeiten einer ästhetischen und konzeptuell ausgereiften Parkgestaltung ausgelassen wurden, die überhaupt denkbar sind: Im Großen durchkomponierte Kleinräumigkeit, Durchblicke und Blickfänge, Achsen und Barrieren, Weite und Enge im Wechsel – nichts davon! Mit einem Wort: Der Landschaftspark, das Kernstück der BUGA, entworfen von Gilles Vexlard, ist ein einziger Unfall, wirkt wie eine begrünte Industriebrache.

Was meine Erwartungen widerlegte, mich überraschte, war unter anderem die Konzeption der Zellengärten, die ich sehens- und erlebenswert fand. Wenn man die kurzen Erläuterungen auf den Strohballen vor den Walldurchbrüchen las, konnte man verstehen, was gemeint war – auch wenn eine etwas ausführlichere und “führende” Dokumentation sehr hilfreich gewesen wäre. Und – die BUGA war belebt: Keine Leere, sondern Menschen, wohin man blickte: eine belebte Parklandschaft – bis zum letzten Ende des Landschaftsparks, dem Rodelberg, auf dem drachenenthusiastische Kinder und auch Erwachsene eine vielzahl bunter Drachen stiegen ließen. Ja – und überhaupt, die herbstliche Stimmung: immer wieder von Sonnenlicht durchbrochener Hochnebel, mal Sonnenwärme, mal kühler Wind; endlose Reihen und Felder von Astern in Blauviolett, Rot und Weiß, die sich verändernde Laubfarbe der noch jungen Laubbäume – und nicht zuletzt hunderte von verwaisten orangeroten BUGA-Stühlen (meist in Dreiergruppen)… – diese herbstliche Stimmung gab unserem BUGA-Spaziergang Athmosphäre und vermittelte eine schwer zu beschreibende Stimmung. Insgesamt will ich rückblickend meine “BUGA-Erfahrung” nicht missen.
BUGA-Endzeit

Computernutzung ist wahrscheinlich ungünstig für den Lernerfolg von Schülern

6. Oktober 2005 von Florian

Die Forscher am IFO-Institut Thomas Fuchs und Ludger Wößmann können belegen, dass Computernutzung negative Effekte auf das Lernen hat. In ifo-Schnelldienst 18/2005 legen sie dar, dass der von der OECD aufgrund der PISA-Studie gezogene Schluss, Computer- und insbesondere Internetnutzung sei günstig für den Lernerfolg, einen statistischen Artefakt darstellt: Die bivariate Betrachtungsweise “PC-Benutzung zuhause gleich bessere Testergebnisse” lässt den Eindruck aufkommen, hier läge ein kausaler Zusammenhang vor. Das ist aber nicht der Fall. Vielmehr spricht einiges dafür, dass andere Kontrollvariablen, wie etwa die Bildungsschicht und der Beruf der Eltern (Eltern mit höherem Berufsabschluss haben eben häufiger PCs zuhause), entscheidend sind für das statistische Zusammentreffen. Eine multivariate Analyse des PISA-Datensatzes durch die Forscher ergab sogar, dass PC zuhause und insbesondere seine intensive Benutzung zum gegenteiligen Effekt führen. Ursächlich ist das zu erklären mit der – ebenfalls wissenschaftlich gesicherten – Erkenntnis, dass Kinder und Jugendliche so gut wie nie den PC zum Lernen oder zur Internetrecherche verwenden, sondern ganz überwiegend für Computerspiele und allenfalls noch zum Chatten.

Das entspricht auch meinen Erfahrungen im Bereich der Bildungsarbeit (Berufsvorbereitung) mit Jugendlichen: Diese bringen, auch wenn sie zuhause Computer zur Verfügung haben, kaum Medienkompetenz mit, also Basiskompetenzen im Umgang mit der Technik, mit Anwendungsprogrammen und im Umgang mit dem Internet sowie die Fähigkeit, Informationen zielgerichtet zu suchen und zu verarbeiten. Vielmehr liegt oft das alleinige Interesse im Chatten und Computerspielen (natürlich keinen “Lernspielen”!), die ja nun vollkommen kontraproduktiv sind, weil sie vom Lernen ablenken und Zeit kosten und keinerlei Lerneffekt haben – sondern allenfalls ein erhebliches Suchtpotential. Insofern bin ich durchaus der Ansicht, dass Computer in die Schule gehören, dass aber sehr zielgerichtet und auf das Wesentliche beschränkt auf eine Basis-Medienkompetenz hingearbeitet muss, welche dann einen produktiveren Umgang mit PCs auch zuhause zur Folge haben könnte. Keinesfalls kann Computerisierung die gute personelle Ausstattung einer Bildungseinrichtung ersetzen; dass durch E-Learning Lehrerstellen eingespart werden könnten bei gleichzeitiger Verbesserung der Qualität, halte ich für eine gefährliche Illusion, vor der ich nur warnen kann.

Dem türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk drohen 5 Jahre Haft – Französische Intellektuelle unterstützen ihn

4. Oktober 2005 von Florian

In einer Petition unterstützen prominente französische Intellektuelle, darunter etwa Alain Finkielkraut, den türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk, dessen neuster Roman gerade bei Gallimard erschienen ist und dem am gestrigen Montag in Darmstadt der Ricarda-Huch-Preis überreicht wurde. Er ist weiterhin der diesjährige Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels.

Der Prozeß, der Pamuk wegen Äußerungen über den Genozid an den Armeniern in einem Interview mit dem Züricher “Tages-Anzeiger” am 5. Februar dieses Jahres gemacht werden soll, ist auf den 16. Dezember angesetzt. Die Petition richtet sich an die europäischen Staatschefs, die am Montag über die Aufnahme von Verhandlungen mit der Türkei bezüglich deren EU-Beitritt befinden werden. Die Regierungen sollen von der Türkei fordern, auf den Prozeß gegen Pamuk zu verzichten. Dem Schriftsteller drohen fünf Jahre Gefängnis wegen “öffentlicher Herabsetzung des Türkentums”.

Links:

Nobelpreis für Medizin an die Entdecker des Helicobacter Pylori

3. Oktober 2005 von Florian

Manche Nobelpreise werden erst lange nach der Entdeckung verliehen – und die Entdecker haben Glück, wenn sie die Ehrung noch erleben dürfen: Auch bei den australischen Wissenschaftlern Barry J. Marshall (geb. 1951) und J. Robin Warren (geb. 1937) ist dies der Fall. Ihre Entdeckung im Jahre 1983, dass im sauren Magenmilieu (nüchtern pH 1-1,4) Bakterien, nämlich der Helicobacter Pylori, überleben können, stieß ein bis dahin geltendes Dogma über den Haufen – und ebenso die “wissenschaftliche Wahrheit”, dass Magen-Darmerkrankungen wie Gastritis, Ulcera bis hin zum Karzinom durch Stress, Alkohol, zu fette Ernährung und Medikamemte wie Aspirin hervorgerufen würden. Allerdings wurden den Forschern 1983 ihre Ergebnisse nicht gleich geglaubt. Erst ein Selbstversuch von Warren, bei dem dieser eine größere Anzahl der Bakterien schluckte, brachte den spektakulären Beweis: Nach einer Woche hatte Warren eine heftige Gastritis entwickelt, die dann auch rasch und “theoriekonform” durch Bismut und Antibiotika geheilt werden konnte. Erst 1989 wurde weltweit Helicobacter Pylori als Ursache für das Ulcus anerkannt. Die Rezeptionsgeschichte der Entdeckung des Helicobacter Pylori ist aber auch heute noch nicht zuende: Die Ansicht, dass Magengeschwüre vom Ärger kämen, ist immer noch weit verbreitet – teilwiese bis in Fachkreise, auf jeden Fall jedoch in der breiten Bevölkerung. Insofern ist die Preisverleihung ein Teil der Rezeptionsgeschichte. Dass eine Gesamtschau von Krankheitsursachen, die psychische Gesichtspunkte und solche der Lebensweise mit einschließt, notwendig ist, sei hier in keiner Weise negiert – und die Auswirkungen des Helicobacter Pylori können ja auch sehr unterschiedlich sein, von der Symptomfreiheit bis hin zum Karzinom. Aber es gibt eben wenige Erkrankungen bei denen der Zusammenhang zwischen Erreger und Auswirkungen bzw. zwischen der pharmakologischen Intervention und der Heilung so eindeutig ist, wie bei Gastritis & Co.. Deshalb gelten heute Gastritiden und Ulcera als Erkrankung ohne psychosomatische Implikation.

Herzliche Glückwünsche an die Preisträger!

Hier noch ein paar Links zum Thema:

Olivenöle im Test: Schmutziges Gold

2. Oktober 2005 von Florian

Der Test von 26 Olivenölen durch Stiftung Warentest führte zu erschreckenden Ergebnissen. Vor allem waren mitnichten die teuren Öle auch die besten und reinsten. Von geschmacklichen Defiziten (stichig, ranzig, muffig) bis hin zum Vorhandensein von Weichmachern, die im Verdacht stehen, Krebs auszulösen, gingen die Befunde.

JedeR, der/die wie ich täglich Olivenöl verwendet, sollte diesen Artikel lesen.