Eigentlich wollte ich ja nicht hin; was ich in den Medien gehört und gesehen hatte und was mir erzählt worden war, machte mich nicht besonders neugierig: Geometrisch exakte, Kieswege sowie gepflasterte und geteerte Wege, Bäume, ausgerichtet wie ein Garderegiment – und der Rest: eine größere Gärtner- und Blumenzüchtermesse. Aber dann hatte ein Freund zwei Tageskarten von seinem Arbeitgeber geschenkt bekommen und lud mich ein, mit ihm die BUGA am Samstag, den 8., also am vorletzten Tag zu besuchen – und ich sagte zu: Ich wollte es mit eigenen Augen sehen.
Was die reizlose, ja phantasielose Gesamtanlage, die sich an den Start- und Landebahnen etc. des alten Flughafens orientierte, und die Weganlage anbelangt, fand ich mich bestätigt. Ohne dass ich hier einen Landschaftspark im Sinne eines Sckell für wünschenswert oder überhaupt möglich erachtet hätte, denke ich doch, dass hier so ungefähr alle Möglichkeiten einer ästhetischen und konzeptuell ausgereiften Parkgestaltung ausgelassen wurden, die überhaupt denkbar sind: Im Großen durchkomponierte Kleinräumigkeit, Durchblicke und Blickfänge, Achsen und Barrieren, Weite und Enge im Wechsel – nichts davon! Mit einem Wort: Der Landschaftspark, das Kernstück der BUGA, entworfen von Gilles Vexlard, ist ein einziger Unfall, wirkt wie eine begrünte Industriebrache.
Was meine Erwartungen widerlegte, mich überraschte, war unter anderem die Konzeption der Zellengärten, die ich sehens- und erlebenswert fand. Wenn man die kurzen Erläuterungen auf den Strohballen vor den Walldurchbrüchen las, konnte man verstehen, was gemeint war – auch wenn eine etwas ausführlichere und “führende” Dokumentation sehr hilfreich gewesen wäre. Und – die BUGA war belebt: Keine Leere, sondern Menschen, wohin man blickte: eine belebte Parklandschaft – bis zum letzten Ende des Landschaftsparks, dem Rodelberg, auf dem drachenenthusiastische Kinder und auch Erwachsene eine vielzahl bunter Drachen stiegen ließen. Ja – und überhaupt, die herbstliche Stimmung: immer wieder von Sonnenlicht durchbrochener Hochnebel, mal Sonnenwärme, mal kühler Wind; endlose Reihen und Felder von Astern in Blauviolett, Rot und Weiß, die sich verändernde Laubfarbe der noch jungen Laubbäume – und nicht zuletzt hunderte von verwaisten orangeroten BUGA-Stühlen (meist in Dreiergruppen)… – diese herbstliche Stimmung gab unserem BUGA-Spaziergang Athmosphäre und vermittelte eine schwer zu beschreibende Stimmung. Insgesamt will ich rückblickend meine “BUGA-Erfahrung” nicht missen.
