Simetsberg/Estergebirge am 15.10.07 – und oben ist immer noch Sommer!

Als ich am 11.10. vom Hirschberg (Estergebirge) aus den Simetsberg sah, war mir klar, dass ich noch an einem meiner freien Tage, die ich jetzt im Oktober hatte, da hinauf wollte. Wenn man das mit öffentlichen Verkehrsmitteln machen will, geht es wirklich günstig nur an Wochentagen von Montag bis Freitag, weil es da den durchgehenden Zug von München nach Kochel gibt und dieser direkten Anschluss an den Bus nach Wallgau/Mittenwald hat (bis vor ein paar Jahren war das jeden Tag möglich; nur als der „Werdenfels-Takt“ auf 32′ nach der vollen Stunde umgestellt wurde, wurde der Bus-Fahrplan nicht mit umgestellt…).

So machte ich mich am 15.10. auf und fuhr mit dem Zug um 7:57 nach Kochel und dann mit dem Bus nach Einsiedeln am Walchensee. Von dort ist es eine gemütliche, etwas ereignisarme und einfache Wanderung auf den 1840m hohen Simetsberg. Oben war es wiedermal sommerlich… – und neben mir genossen eine Handvoll Wanderer, die von Wallgau aus heraufgekommen waren, die Sonne und die schöne Aussicht. Für den Abstieg hatte ich mir vorgenommen, das ganze Eschenlainetal bis nach Eschenlohe zu gehen, mit allen Kehren gut 15 km – nirgendwo beschrieben, aber wohl machbar. Ich versuchte es einfach und um auf die Forststraße zu gelangen, steigt man erst weglos nach Südwesten ab und findet dann mit etwas Orientierungsgefühl eine Wegspur, die einen durch lichten Wald hinunter zu der Forststraße führt. Es ist eine sehr einsame, wohl selten begangene Gegend: Ich sah eine Gemse und kurz später flatterte ein größeres Huhn ganz nahe bei mir davon, ich vermute ein Rauhfuß- oder Birkhuhn. An Stellen, an denen sich der Weg auf einer Lichtung zu verlieren droht, helfen zwei Steinmanderl. Auf der Forststraße zieht sich der Weg hin: Immer noch eine und noch eine und noch eine Kurve, Kurven, welche die Ausbuchtungen des Tals wie z.B. die Pusterlaine auslaufen und dazwischen gibt es immer wieder kleine Gegenanstiege. Belohnt wird man durch schöne Tiefblicke in die Klamm der Eschenlaine. Verschiedentlich sieht man Marterln für in die Tiefe gestürzte Waldarbeiter. Wie hart und gefährlich die Arbeit an den steilen Waldhängen ist, konnte ich selber sehen, denn auch an diesem Tag fand noch zu später Stunde Holzernte statt: Wild aussehende, sich in Serbokroatisch Anweisungen zurufende Männer bedienten schwere Arbeitsmaschinen, die mit Seilwinden ausgestattet waren. Der Weg war wirklich lang: Für den gesamten Abstieg mit dem langen „Auslauf“ benötigte ich, obwohl ich schnell ging, 3,5 Stunden; kein Wunder, dass diese Wanderung nirgendwo als „Münchner Hausberg“ in der Weise dokumentiert ist …

Hier wieder ein paar Bilder

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