Nahmittagswanderung durch das Ammergebirge (Griesen – Steppberg – Hirschbühel -Steppberg – Garmisch)

Wenn ich allein wandere, breche ich lieber später auf und wandere in den Abend hinein, insbesondere, wenn keine Gewitter angesagt sind (was sich in diesem Fall als falsche Vorhersage erwies). Dann kann ich das Bayernticket benützen und spare so einen Haufen Geld. So fuhr ich also mit dem 10:32-Zug richtung Garmisch von München ab (der 9:32 hat keinen Anschluss an die Außerfernbahn) und war nach Umsteigen in Garmisch um 12:20 in Griesen.

Von der Bahnstation Griesen (Zug hält da nur auf Nachfrage!) noch 100 m in Fahrtrichtung und dann rechts und den Wegweisern in Richtung Frieder folgend komme ich zum Friedergrieß, eine Art kleine Schotterebene, bewachsen von Kiefern und Wacholder. Zwei knapp 10m hohe Wacholderbäume fielen mir auf, die größten, die ich bisher gesehen habe.Waholder_Friedergriess_s.JPG Die ganze Zeit geht es ohne jeden Gewinn von Höhe. Erst nach dem Friedergrieß beginnt die Steigung. Ich gehe gerade aus, einem in der Karte eingetragenen alten Weg folgend, der als Ziehweg ausgebaut ist und dann – nach der Karte vor seinem Ende – dem Weg zur Rotmossalm, meinem nächsten Zwischenziel ganz nahe kommt. Leider hörte die Ausbaustrecke nach ca. 700m auf und ich musste mich weitere 300m durch den Urwald schlagen, der den alten Weg überwuchert hatte. Schließlich kam ich an die Stelle, wo man – als einzige! – den Bach überqueren konnte und balancierte mit Hilfe der Stöcke über die zwei drei bemoste Steine. Dann noch ca. 100m weglos durch Hochwald und man ist auf dem Fahrweg Richtung Graswangtal/Linderhof (bei nassem Wetter sollte man das auf keinen Fall machen; es war so schon extrem bazig). Nach etwas mehr als 500m geht es dann rechts ab zur Rotmoosalm: Auch der Weg war recht feucht und noch dazu total zertrampelt von den Kühen – also wieder den schlimmsten Stellen im Zickzack ausweischend durch Schlamm… Ab der Rotmoosalm (1200m) geht ein gepflegter Wirschaftsweg hinauf zum Joch (1660) zwischen Ziegspitz und Hirschbühel und einen Gegenanstieg hinab zur Steppbergalm (1583). Kurz davon zweigt links der Weg zum Hirschbühel (1935m) ab, erst als Spur über die Weide und dann ab einem Gatterl als gut begehbarer Bergsteig. Auf knapp 1800m Höhe und gegen 16:45 erreiche ich den Grat, der zum Gipfel führt. Inzwischen hatte sich leider zwischen Wetterstein und dem Ammergebirge eine Gewitterzelle gebildet und über mir donnerte es ganz vernehmlich (nein, es war mehr als Grummeln!). Da die letzte viertel Stunde ausschließlich über den Grat gegangen wäre und nicht abzuschätzen war, wie sich das Gewitter entwickeln würde (ich musste ja auch 20 Min. zurück über den Grat!), entschloss ich mich bei ca. 1830m, nachdem ich erstmal abgewartet hatte und das Donnern nicht aufhörte, umzukehren: Gewitter und wandern auf einem Grat, das passt nicht zusammen. Das Gewitter verzog sich, nachdem es noch ein paarmal richtig gescheppert hatte, zwar wieder (ohne dass es geregnet hätte!), aber das konnte ich ja nicht wissen, die Gewitterwolke war fast genau über mir und der Gipfel (auf dem folgenden Bild schemenhaft rechts oben erkennbar) tauchte schon in so einen merkwürdigen Dunst ein…
HirschbuehelGrat.JPG UnterGewitterzelle_s1.JPG SchauerZugspitze2.JPG
Hier also zunächst der Blick richtung Gipfel des Hirschbühel und dann in die andere Richtung zur Zugspitze. Die Fliege auf der ersten Aufnahme ist exemplarisch: Die Viecher waren wirklich unglaublich aufdringlich und viele in dem Augenblick. Das dritte Bild vom Weg aus schon weiter unten kurz vor der Steppbergalpe zeigt den erstaunlich schnell wieder „freigeräumten“ Gipfel der Zugspitze.
Zurück auf der Steppbergalm machte ich eine kleine Brotzeitpause und ging dann den Kreuzweg runter nach Garmisch.
Hirschbuehel_Rueckblick.JPG
Hier ein Rückblick zum Hirschbühel.

Kurz danach setzt ein leichter Schauer ein, ich werde aber nicht nass, es nieselt nur.
Wetterstein.JPG ZugspitzenachSchauer.JPG
Hier noch zweimal Wetterstein nach dem Schauer.
Kurz nach 19 Uhr erreiche ich den Ortsrand von Garmisch, um Punkt 8 bin ich am Bahnhof – und um 20:04 fährt der Zug richtung München.

Die Bilanz: Mit Gegenanstiegen etwas über 1200 Höhenmeter und eine Wegstrecke (einschließlich Marsch zum Bahnhof in GAP) von 21km, 13 davon im Flachen. Reine Gehzeit: 7 Stunden.

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