Interessanter Film zur Frühförderung bei Trisomie-21-Kindern im “Atelier” in München, Sonnenstr. 12
Die Pädagogin Dr. Christel Manske, die ich über eine Kollegin vor einiger Zeit schon kennengelernt habe, ist spezialisiert auf die Frühförderung von Kindern mit Trisomie21 und deshalb in Hamburg, wo sie arbeitet, schon sehr bekannt. Über Ihren Ansatz hat sie dieses Jahr ein Buch herausgebracht:
http://www.beltz.de/catalog/einzelbuch.asp?ISBN=3-407-57211-5
Zu diesem Buch wurde ein Film über die Arbeit der Autorin gedreht, der sehr sehenswert ist und in Hamburg mit großem Erfolg gezeigt wurde. Dieser Film wird nun in München gezeigt im Kino “Atelier” in der Sonnenstr.12 und zwar noch am 10., 17. und 24. Oktober Sonntags jeweils um 11:00 Uhr (zum letzten Termin wird die Autorin kommen und einen Vortrag zum Film bzw. zu ihrer Arbeit halten). Bei der ersten Aufführung am 3.10. waren leider nur sehr wenige Zuschauer erschienen; der Film verdient jedoch wirklich große Aufmerksamkeit, weil er bisherige Paradigmen und Annahmen über die Entwicklungschancen von Trisomie21-Kindern vollkommen verändert. Ich habe den Film gesehen und bin tief beeindruckt.
Hier ein Link zu einer Leseprobe aus dem Buch.
… und eine Zusammenfassung der Grundthesen durch die Autorin selbst:
“Kinder mit Trisomie 21 werden nicht geistig behindert, wenn wir mit ihnen im Alter von zwei bis fünf Jahren adäquat kommunizieren. Die Ursache der geistigen Behinderung ist meines Erachtens nicht in erster Linie Trisomie 21. Vielmehr ist es für die Kinder während der sensitiven Phase der Sprachentwicklung sehr schwierig auf Grund mangelnder Muskelpropriozeptoren die Zungen- und Lippenbewegung zu imitieren und laut zu sprechen. In unserer Arbeit mit elf Kindern entwickelten die Kinder alle ein der Lautsprache adäquates funktionelles System. Ab dem zweiten Lebensjahr lernen die Kinder mit Hilfe von Handgebärden zu kommunizieren und ab dem dritten Lebensjahr verständigen sie sich mit Hilfe eines speziell für sie entwickelten Leseunterrichts. Auf diese Weise konnten sie die mangelnden Muskelpropriozeptoren kompensieren.Auf der Grundlage der Krisentheorie L.Vygotskijs und P. Galperins Theorie des Aufbaus geistiger Handlungen haben wir ein mehrmals überprüftes neues pädagogisches Konzept entwickelt, das es den Kindern mit Trisomie 21 ermöglicht an einem integrativen entwicklungsorientierten Unterricht in der Regelschule sinnvoll teilzunehmen.”