DIE ZEIT in dieser Woche zur US-Wirtschaft: United Shoppers of America
usa: United Shoppers of America – Kein Geld, keine Jobs, aber die Amerikaner gehen trotzdem einkaufen. Sie machen mehr Schulden als je zuvor – und retten die Weltkonjunktur
Ein Lesenswerter Artikel in DIE ZEIT von Thomas Fischermann.
Nachdenklich stimmt der letzte Absatz, den ich hier zitieren möchte:
“Wer behält Recht? „Die Leute wollen ihr Leben immer noch durch Einkaufen aufwerten, aber sie treffen eine schärfere Auswahl“, erzählte kürzlich Wendy Liebmann, Chefin der Einzelhandels-Forschungsfirma WSL Strategic Retail. „Sie sehen ein, dass sie nicht mehr alles haben können, was sie wollen.“ Und ausgerechnet bei Wal-Mart haben sich in den vergangenen Wochen offenbar Bedenken eingestellt. Der Einzelhandelsgigant verzeichnet zwar weiterhin Rekordverkäufe, aber Wal-Mart-Chef Lee Scott sind zuletzt ein paar verdächtige Trends aufgefallen. Mehr Konsumenten als früher kauften nur noch die billigsten Produkte in jeder Kategorie ein. Und mehr konzentrierten ihr Shopping rund um den Zahltag, ein Indiz für weniger flüssige Mittel. Entweder eine vorübergehende Formschwäche – oder ein Zeichen, dass es den gottesfürchtigen, patriotischen Shoppern von Orange City allmählich mulmiger wird, als sie bislang zugeben wollen.”
Daher auch die große Angst vor Zinserhöhungen an den Börsen: Nur ein kleines Drehen an der Zinschschraube oder ein “reellerer” Fed-Chef als Alan Greenspan – und die Konsumblase platzt – und mit ihr die ganze Börsenherrlichkeit (das Gerücht, Greenspan, 78 habe eine Herzschwäche erlitten, ließ vor zwei tagen gleich die Kurse purzeln).